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IBM-Update vom 22. Dezember 2016: Rückblick, Ausblick und frohe …

IBM-Update vom 22. Dezember 2016: Rückblick, Ausblick und frohe Weihnacht

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit diesem IBM-Update möchte ich mich wieder zum Ausklang des Jahres persönlich an Sie wenden.

Das Jahr 2016 markiert in der Geschichte der IBM in Deutschland eine Zeitenwende. IBM hat im großen Stil betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen - trotz sprudelnder Gewinne, die an die Konzernmutter in Armonk abgeführt werden, ohne zu berücksichtigen, wie sehr sich die Beschäftigten in den vergangenen Jahren für die IBM aufgerieben haben und welche Stundensalden angehäuft wurden, welche Leistungsbewertungen vergeben wurden und für wie unverzichtbar ihr Skill einst erklärt wurde.  Als Begründung für die Kündigungen müssen strategische Entscheidungen herhalten. Nicht nur die, die direkt von einer Kündigung betroffen waren, sind schockiert von der Art und Weise, wie die IBM mit Beschäftigten umgeht. Auch ist es erschütternd, wie sich die IBM zu ihren eigenen tarifvertraglichen Zusagen positioniert. Wer kollektivrechtlich zusagt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab 53 nur noch aus wichtigem Grund zu kündigen und dann große Kreativität entwickelt, um wichtige Gründe zu konstruieren, die dann von den Arbeitsgerichten überprüft werden müssen, verliert an Glaubwürdigkeit.
Das gute Tarifergebnis 2016 mag ein positives Signal sein. Ob es bei einer Gesamtbetrachtung dadurch jedoch gelingt, IBMerinnen und IBMer wieder zu motivieren, erscheint fraglich. Zumal auch das Tarifergebnis 2016 hart erkämpft werden musste.
ver.di hat dabei Aktionsfähigkeit bewiesen. Doch auch das funktioniert nicht von selbst. Das ehrenamtliche Engagement von ver.di-Mitgliedern bei IBM in den Betriebsgruppen und den Betriebsgruppenvorständen ist die Basis gewerkschaftlicher Stärke. Ich möchte mich für diese gigantische Unterstützung herzlich bedanken.
ver.di ist bei IBM in den letzten Jahren deutlich stärker geworden. Das ist gut und wichtig. Viele IBMerinnen und IBMer haben sich so in den unmittelbaren Geltungsbereich der Tarifverträge begeben. Gewerkschaftliche Stärke erhöht aber auch die Durchsetzungsfähigkeit. Arbeitskämpfe können unternehmerische Entscheidungen der IBM im Sinne der IBMerinnen und IBMer beeinflussen! Mit einem Organisationsgrad von inzwischen fast 20 Prozent ist ver.di bei IBM entscheidende Schritte weitergekommen.

Ich möchte zum Jahresende aber auch einmal den Blick über IBM hinaus wagen. Die Welt hat sich 2016 verändert - leider nicht unbedingt zum Guten: Mit dem Brexit verlässt zum ersten Mal ein Land die europäische Staatengemeinschaft, die in den letzten Jahrzehnten Frieden, Stabilität und Wachstum gebracht hat. In den USA wurde mit Donald Trump ein Präsident gewählt, der auf viele Menschen unbedacht und emotional wirkt und große Sorgen auslöst. Noch immer müssen Millionen Menschen vor den Kriegen der Welt flüchten. Terroranschläge wie zuletzt in Berlin erschrecken uns.
Die vernetzte Welt scheint gerade ihre Fratze zu zeigen und es ist alles so komplex geworden.
Zu Weihnachten treffen sich die Menschen an den Weihnachtsbäumen. Aber wir sollten uns auch im Alltag an all diese auch christlichen Werte erinnern, die diese Welt lebenswert gemacht haben: Humanität, Solidarität, Nächstenliebe und Menschlichkeit - was nicht bedeutet, dass es nicht auch klare Regeln geben muss. Aber Mauern und Postfaktizismus werden diese Welt nicht wieder besser machen.

Aber jetzt wünsche ich erst einmal ein Frohes Fest und Alles Gute für 2017.

Ihr ver.di-Tarifsekretär für IBM

Bert Stach

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