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Wie geht’s weiter in der STRABAG?

Wie geht’s weiter in der STRABAG?

Drei Wochen ist die Entscheidung des Telekom-Vorstands nun her. Seitdem wurden viele Fragen an ver.di und die Betriebsräte herangetragen. ver.di hatte unmittelbar nach Bekanntgabe der Vorstandsentscheidung sowohl die Deutsche Telekom AG, die STRABAG PFS als auch die ISS Deutschland zu Gesprächen aufgefordert.

STRABAG kündigt „Plan B“ an

Die Geschäftsführung der STRABAG PFS ging in einer Sitzung des Gesamtbetriebsrats auf den Account-Verlust und die nun notwendigen Maßnahmen ein. Nach einer anfänglichen (Presse-)Meldung des STRABAG-Konzerns, man wolle alle Mitarbeiter im Konzern behalten, sieht der Vorsitzende der Geschäftsführung des Unternehmensbereich 4S, Martin Schenk, dies als schwer umsetzbar an. Für ihn bestehe nun die Chance, Beschäftigte aus dem Telekom-Account in den Non-Telekom-Bereich zu versetzen, im Konzern STRABAG nach Beschäftigungsmöglichkeiten zu suchen, oder „Personal an den Markt zu bringen“. In jedem Fall müsse sich die STRABAG PFS maßgeblich umstellen. Die Geschäftsführung habe ein Bild vor Augen, dieses müsse allerdings noch „ausgehämmert“ werden. Als weitere Option schließt Herr Schenk nicht aus, dass es zum Schluss auch zu betriebsbedingten Beendigungskündigungen kommen kann. Der GBR erhielt am gleichen Tag von einem „Frage und Antwort“-Papier Kenntnis, welches in der Zwischenzeit bei den Führungskräften vorliegt. In diesem wird auch davon geschrieben, dass „betriebsbedingte Kündigungen wohl unumgänglich seien“. Auf Nachfrage hat Martin Schenk in oben genannter GBR-Sitzung das Papier nicht gekannt und angegeben, dass dies nicht mit ihm abgestimmt sei.

ver.di ist aktuell aktiv, um mit allen Beteiligten Ergebnisse für eine gesicherte Beschäftigung im Sinne der Mitarbeiter zu vereinbaren. Hierbei müssen sowohl die Möglichkeiten einer Perspektive im STRABAG-Konzern, als auch ein Übergang zur ISS betrachtet werden. Schließlich hat ver.di in der letzten Tarifrunde einen umfangreichen tarifvertraglichen Schutz vereinbart, der betriebsbedingte Kündigungen bis zum 31.12.2018 ausschließt. Von dieser Politik wollen wir nicht abweichen. Eine mangelhafte Informationspolitik, die eher darauf abzielt, Ängste bei den Kolleginnen und Kollegen zu schüren und damit eine chaotische Abwanderungsbewegung zu forcieren, ist mehr als kontraproduktiv und gefährdet die Perspektiven aller!


Telekom sieht sich nicht in Hauptverantwortung

Die Telekom stellt dar, dass sie ein hohes Interesse an einem geordneten Übergang von STRABAG zur ISS hat. Hierfür sieht sie allerdings in erster Linie die Geschäftsführungen der beiden Dienstleister in der Verantwortung. Zu einem, von ver.di eingeforderten, runden Tisch mit allen Beteiligten, hat sich die Telekom bisher noch nicht geäußert.


ver.di führt Gespräche mit ISS

Die Geschäftsführung der ISS hat auf die Aufforderung von ver.di reagiert. Zwischenzeitlich hat ein erstes Gespräch stattgefunden. Hierin betonte Dr. Alexander Granderath, CEO der ISS Deutschland, dass ISS anstrebt, Personal von STRABAG zu übernehmen. Die genauere Ausgestaltung sei jedoch auch davon abhängig, wie die STRABAG hierzu stehe.

ver.di erwartet von allen Beteiligten kein Pokerspiel zu veranstalten, sondern sich an der Entwicklung von konstruktiven Lösungen zu beteiligen und im Sinne der Beschäftigten zu handeln!