Nachrichten

Der Arbeitgeber plant ein neues Vergütungssystem

Der Arbeitgeber plant ein neues Vergütungssystem

Der Arbeitgeber will ein neues Vergütungssystem „New Reward“ einführen, für wen soll es gelten?

Die neuen Regelungen würden für alle Beschäftigten innerhalb der OHG gelten. In einem weiteren Schritt sollen sie dann auf die anderen Gesellschaften übertragen werden, da das Ziel ein einheitliches Vergütungssystem ist. Im Arbeitsvertrag gibt es üblicherweise einen Verweis auf die gültigen Entlohnungssysteme. Keiner kann also sagen das betrifft mich nicht, ich habe ja einen Arbeitsvertrag.

 

Wie ist das neue Vergütungssystem einzuschätzen?

Willis Towers Watson wirbt für ihr Modell bei Unternehmen mit der Aussage: Wir sagen ihnen welches Investment notwendig ist um die Mitarbeitermotivation zu steigern bzw. die Kosten bei gleichbleibender Mitarbeitermotivation zu senken. (Total Reward Strategie)

Das Vergütungssystem von (WTW) hat angloamerikanische Wurzeln. Die bei uns übliche hohe Bedeutung von Qualifikation und berufliche Erfahrung (Berufsjahre) hat keine Bedeutung, da die Qualifikation nicht global (international) vergleichbar ist. Kulturelle und regionale Besonderheiten spielen keine Rolle. Diese Vergütungssystematik zielt darauf ab den Markt- und Börsenwert des Unternehmens zu erhöhen.

Tätigkeiten sollen mit diesem System international vergleichbar gemacht und bewertet werden.  Dass dies eine negative Auswirkung auf Hochlohnstandorte hat, liegt auf der Hand. Auch Standorte können in dieser Systematik miteinander verglichen und gegeneinander ausgespielt werden.

Bekannt wurden Teile dieses Vergütungssystem in der Presse auch mit dem Begriff „Forced Ranking“ Leistungsvergleich der Arbeitnehmer (Unterteilung in High und Low Performer). Bei Microsoft wurde es eingeführt und 2006 wieder abgeschafft, weil die Arbeitnehmer gegeneinander gearbeitet haben.

 

Was bedeutet das konkret?

Die Eingruppierung erfolgt über Karrierebänder,-level und den Global Grades. Letzteres ist von WTW vorgegeben. Die Global Grades sind die Marktdaten über die verschiedenen Gehälter. Am Ende wird die Vergütung innerhalb der Gehaltsbänder festgelegt.

Das Jahreszielgehalt besteht aus Grundgehalt und Bonus. Letzteres ist der variable Gehaltsbestandteil, der bis zu 30% betragen kann, je nach Karriereband. Dieser Bonus ist von Finanzkennzahlen abhängig, die individuell kaum beeinflussbar sind. 

Die Eingruppierung ist nicht transparent, über die Höhe der Entlohnung bestimmt weitgehend der Arbeitgeber. Die Mitbestimmung des Betriebsrates wird stark eingeschränkt. Jährliche Gehaltserhöhungen sind vom zur Verfügung gestellten Budget abhängig, ob ein Budget zur Verfügung gestellt wird bestimmt der Arbeitgeber.

 

Was kann ver.di tun?


Wir haben den Arbeitgeber zu Tarifverhandlungen aufgefordert.

 

Vorteil eines Tarifvertrags?

  • Transparente und für jeden nachvollziehbare Lohngestaltung
  • Verhandlung von der Lohnhöhe und der Bewertung der Tätigkeiten
  • Rechtssicherheit: Leistungen können nicht einseitig vom Arbeitgeber aufgekündigt werden. Ein Tarifvertrag gilt bis ein neuer abgeschlossen wird.
  • Einen Tarifvertrag verhandelt eine Gewerkschaft, sie unterliegt keinen Wirkungsgrenzen. Zur Durchsetzung der Forderungen hat eine Gewerkschaft verschiedene Möglichkeiten, z.B. Aktionen und als letztes Mittel den Streik.
  • In einem Tarifvertrag können verschiedene Sachverhalte verhandelt werden, z.B. Löhne, Arbeitszeit, Weiterbildung und Urlaub.

 

Die Verhandlungsmächtigkeit der Gewerkschaft, misst sich an der Anzahl ihrer Mitglieder und ihrer Durchsetzungskraft.

Je mehr wir sind desto besser, jetzt Mitglied werden.