Nachrichten

SchwbV: Handicap Ausbildungsquote

SchwbV: Handicap Ausbildungsquote

Die Absenkung der Ausbildungsquote trifft behinderte Jugendliche besonders hart. C. Heil Jugend braucht ZukunfT

SchwbV zu Ausbildungsquoten

Pläne zu Ausbildungsquoten treffen Behinderte besonders hart

(Bericht mir freundlicher Genehmigung der KollegeInnen von der BayernTimes)

In der Arbeitstagung Ver.di  SchwbV-Süd am 26.02.2015 in Nürnberg wurde angesprochen, dass der Arbeitgeber plant, die von ver.di tariflich vereinbarte Ausbildungsquote von 2,9 %  ab dem Einstellungsjahrgang 2016 auf eine Ausbildungsquote von 1,8 % herabzusenken.
(Im Jahr 2015 wurden noch 2891 Azb eingestellt – 2018 sollen es nur noch 1662 Azb sein). Für schwerbehinderte Jugendliche, die sich bei der Telekom um einen Ausbildungsplatz bewerben möchten , hat  diese Entscheidung weitreichende und dramatische Konsequenzen.
 
Junge Menschen wollen zeigen, dass sie da sind, dass sie etwas können, dass sie etwas sehr gut können, sie wollen wichtig sein und einen Platz in unserer Gesellschaft haben. Mit der Entscheidung, die Ausbildungsquote bei der Telekom nahezu zu halbieren, nimmt man jungen Menschen die  Zukunft, die sie für uns und mit uns aufbauen möchten.

Gib mir einen Platz, an dem ich stehen kann – und ich werde die Welt bewegen.

unbekannt

Es ist  besonders für junge Menschen, die eine Behinderung haben,  sehr schwierig sich zu positionieren, in einer Gesellschaft, die nur auf maximale Gewinne aus ist, auf  Zeitersparnisse und enormen Leistungsdruck. Der Arbeitgeber Telekom wird noch  viel schwerer davon zu überzeugen sein, jungen motivierten schwerbehinderten Menschen einen Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen, die womöglich mehr Zeit brauchen, mehr Aufwand, vielleicht sogar auch zusätzliche persönliche Betreuung.
 
Somit sinken - nach Ansicht der SchwbV ver.di Süd - die Chancen für schwerbehinderte Jugendliche, bei der Telekom einen Arbeitsplatz zu bekommen, nahezu auf null.


Die Telekom hat in ihrer Vergangenheit aber gezeigt, dass in ihren Reihen Platz ist für Menschen mit Behinderung. Bei der Telekom gibt es viele Kolleginnen und Kollegen, die schwerbehinderten Jugendlichen bei ihrer Ausbildung helfen wollen und auch bereit sind dafür mehr Zeit, Aufwand und Betreuung mit den Jugendlichen zu investieren.
 
Die Schwerbehindertenvertretungen Ver.di Süd befürchten, dass die Telekom für schwerbehinderte Jugendliche mit der drastischen Reduzierung der Ausbildungsquote eine wichtige Tür zuschlagen wird. Eine Tür, die für schwerbehinderte Jugendliche zu Möglichkeiten führt, einen Platz in unserer Gesellschaft zu bekommen.
Einen Platz, wo sie zeigen können,
•    dass sie gut sind
•    was sie leisten  -
•    dass sie zu uns gehören,
•    und dass sie die Welt bewegen können. 

Dieser Beitrag ist eine Vorabveröffentlichung der BayernTimes.