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IBM-Update vom 30. März 2017: Ein Jahr Vertrauensverlust!

IBM-Update vom 30. März 2017: Ein Jahr Vertrauensverlust!

Am 30. März 2016 - also vor genau einem Jahr - kündigte die IBM an, fast 1000 Stellen bei der IBM D B&TS GmbH, IBM D GBS GmbH und IBM D MBS GmbH abbauen zu wollen. Ein Jahr später sind die damals angekündigten Maßnahmen nach dem Abschluss von Verhandlungen zu Sozialplänen und Interessensausgleichen fast umgesetzt. Knapp sechshundert IBMerinnen und IBmern wurde im September eine betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen.
Der Ausspruch betriebsbedingter Kündigungen bedeutet für die IBM einen massiven anhaltenden Vertrauensverlust. Gekündigt wurde ohne Rücksicht auf gesetzliche und tarifliche Regelungen. Betriebsratsmitglieder - eigentlich geschützt vom Betriebsverfassungsgesetz - erhielten betriebsbedingte Kündigungen. Beschäftigte, die das dreiundfünfzigste Lebensjahr vollendet hatten - eigentlich geschützt durch §5 des Tarifvertrages allgemeine Beschäftigungsbedingungen - erhielten betriebsbedingte Kündigungen. Auch der Schutz des Tarifvertrages Entgeltrahmen, der Qualifizierung vor Kündigung stellt wurde von der IBM offensichtlich ignoriert.
Die ver.di-Tarifkommission im IBM-Konzern kam noch am 30. März 2016 zu einer Ad-hoc-Telefonkonferenz zusammen und stellte sich gegen den damals angekündigten Stellenabbau. Zahlreiche Proteste folgten. Die IBM hat an ihrem Vorhaben festgehalten.
Allerdings: Der angekündigte Stellenabbau ist nur fast um gesetzt, denn ungefähr dreihundert IBMerinnen und IBMer reichten beim jeweils zuständigen Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage ein. Ungefähr ein Viertel der betroffenen Kolleginnen und Kollegen wird vom gewerkschaftlichen Rechtsschutz, also den Rechtsschutzsekretärinnen und -sekretären vom ver.di- oder DGB-Rechtsschutz vertreten. Von den inzwischen erstinstanzlich ausgeurteilten Klagen hat die IBM fast alle verloren! Dabei haben die Regelungen ver.di-Tarifverträge eine wichtige Rolle gespielt. Doch die IBM zeigt sich als schlechter Verlierer. Obwohl die jeweiligen Arbeitsgerichte einen Weiterbeschäftigungsanspruch entschieden hatten, wurden immer wieder sogenannte Exit-Gespräche geführt und betroffenen Kolleginnen und Kollegen berichten von angedrohten Versetzungen quer durch Deutschland.
Der Vertrauensverlust für IBM ist bereits immens - es wäre an der Zeit zu einem angemessenen, fairen und wertschätzendem Umgang mit allen Beschäftigten zurückzukehren und ein klares Bekenntnis zu einer Beschäftigungssicherung abzugeben!

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