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IBM-Update vom 22. September 2017: Start in die Tarifverhandlungen

IBM-Update vom 22. September 2017: Start in die Tarifverhandlungen

Am 22. September 2017 starteten im Frankfurter Gewerkschaftshaus die Verhandlungen der Tarifrunde 2017 bei IBM. Beim ersten Verhandlungstermin beschrieb der ver.di-Verhandlungsleiter Bert Stach die Ausgangslage und erläuterte die Forderungen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft.
Aus der gesamtwirtschaftlichen Situation ergibt sich für die IBM eine hervorragende Ausgangslage für ein gutes wirtschaftliches Ergebnis, an dem die IBMerinnen und IBMer beteiligt werden müssen. "Das Wachstum der Weltwirtschaft [wird]in diesem Jahr höher ausfallen als im Vorjahr", diagnostiziert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Monatsbericht für den September 2017. Wichtige Wirtschaftsindikatoren in Deutschland wie der ifo-Konjunkturindex oder das für die IT-Branche wichtige bitkom-Branchenbarometer liegen quasi auf Rekordniveau. Auch wenn die IBM seit Jahren mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hat, werden nach wie vor gigantische Gewinne erwirtschaftet. Das weltweite net income lag 2016 bei über $31 Tsd. pro Beschäftigten - insgesamt fast $12 Mrd. "Spielräume für Gehaltserhöhungen für die IBMerinnen und IBMer sind vorhanden", stellte Bert Stach in Frankfurt fest.
Jahrelang zog IBM in Tarifverhandlungen ein Benchmark der Personalserviceagentur Lurse heran, um die Marktvergleichsgehäter der IBM zu definieren. Die ver.di -Verhandlungskommission präsentierte nun in Frankfurt ein Benchmark mit der gleichen Vergleichsgruppe, die auch Lurse nutzte, um kununu-Scorings zu analysieren. Bei kununu bewerten Beschäftigte wie in einem Engagement-Survey ihre Arbeitgeber. IBM kommt bei diesem Benchmark auf den drittschlechtesten Wert in der Gesamtbewertung, den drittschlechtesten Wert bei den Weiterempfehlungen und den schlechtesten Wert bei Sozialleistungen/Gehalt.
Wenn die Geschäfte für die IBM in Deutschland besser laufen sollen, braucht es eine motivierte Belegschaft. Dafür setzt sich die ver.di-Verhandlungskommission im IBM-Konzern in dieser Tarifrunde ein und fordert eine Erhöhung der Tarifgehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5% mit analoger Regelung für die AIWS sowie eine Integration der Mindestabsicherung der Sonderzahlung in die Tarifgehälter in Höhe von 60€ monatlich!
Die Vertreterinnen und Vertreter der IBM nannten die Gehalts-Forderung, die die ver.di-Mitglieder in der Forderungsfindung begründet hatten, unrealistisch.
Eine lange Diskussion ergab sich, als die Verhandlungskommission neben den Tarifforderungen noch Gesprächsbedarf zu einer Erweiterung der Geltungsbereiche der ver.di-Tarifverträge anmeldete. Ziel ist, sowohl Master-Studierende als auch Beschäftigte oberhalb der Tarifgruppe 8 (Band 9, Band 10) in den unmittelbaren Geltungsbereich zu bringen. Die Position der IBM ist ein kategorisches Nein. Die Erweiterung der Geltungsbereiche sei ein falsches Signal aus Sicht der IBM, stellte IBM-Verhandlungsführer Wolfgang Braun fest und verwies auf die Vorbildfunktion der 9er und 10er, die sich für ihre berufliche Entwicklung und Qualifizierung selbst engagieren müssten.
Der nächste Verhandlungstermin wurde für den 5. Oktober 2017 angesetzt. IBM kündigte an, detailliert auf die ver.di-Darstellungen zu antworten und zu den Forderungen Stellung zu beziehen.

 

 

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