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TSI: Spitzengespräch bringt Einigung

TSI: Spitzengespräch bringt Einigung

Starker Schutz für die Beschäftigten

16.06.2016 . Die Große Tarifkommission des Bundesfachbereiches TK/IT hatte die Telekom zu einem Spitzengespräch zur Tarifrunde T-Systems 2016 aufgefordert, um vor einem abschließenden Scheitern der Verhandlungen eine Lösung auf der politischen Ebene zu suchen. In den letzten Tagen haben weitere bundesweite Proteste der Beschäftigten gegen die Haltung und Position der Arbeitgeberseite stattgefunden. 

Das Spitzengespräch ist am Dienstag den 14. Juni erfolgt. Als Ergebnis des Spitzenge-späches hat die T-Systems der ver.di Verhandlungskommission ein neues Angebot unterbreitet. Nach intensiver Diskussion hat die Verhandlungskommission entschieden, das Angebot der Großen Tarifkommission zur Annahme zu empfehlen. Diese hat daraufhin in Ihrer Sitzung am 15. Juni der Tarifeinigung zugestimmt.

Eckpunkte des Ergebnisses für die TSI, GEI und MMS:

ERHÖHUNG für alle Beschäftigten in den Entgeltgruppen 1-5 :
Erhöhung der Tabellen-Entgelte und der individuellen Jahreszielentgelte:

  • +1,5% ab 01.07.2016
  • +1,5% ab 01.04.2017
  • Laufzeit bis 31.03.2018

ERHÖHUNG für alle Beschäftigten in den Entgeltgruppen 6-10
Erhöhung der Tabellen-Entgelte und der individuellen Jahreszielentgelte:

  • +1,0% ab 01.07.2016
  • +1,5% ab 01.04.2017
  • Laufzeit bis 31.03.2018

SCHUTZ für alle Beschäftigten:

  • Der Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen tritt sofort für alle Beschäftigten der TSI, der GEI und der MMS in Kraft.
  • Für alle Beschäftigten der TSI, GEI und MMS gilt der Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen bis zum 31.12.2018

UMSETZUNG der ARAZ und Umgang mit positiven Arbeitszeitbudgets

  • Die in 2014 für TSI und GEI vereinbarte Regelung zur Umsetzung der ARAZ in Form der Reduzierung der Wochenarbeitszeit und die Regelung zu postiven Arbeitszeitbudgets wird bis zum 31.12.2018 verlängert

ALTERSTEILZEIT für ArbeitnehmerInnen der TSI und der GEI:

  • Anbietung von340 ATZ Vereinbarungen in 2016
  • Anbietung vonweiteren 340 ATZ Vereinbarungen in 2017

WECHSEL zu einem anderen Unternehemen

  • Die in 2014 für die TSI und die GEI vereinbarten Regelungen (Ausgleichzahlungen und Einmalprämie) bei einem Wechsel zu einem anderen Unternehmen innerhalb bzw. außerhalb des Telekomkonzerns werden bis zum 30.06.2017 verlängert

NICHTMASSREGELUNGSKLAUSEL für Arbeitskampfmaßnahmen

  • Ausschluss der Maßregelung von Beschäftigten, die sich an von ver.di organisierten Arbeitskampfmaßnahmenbeteiligt haben

 
Feststellungen zum Verhandlungsergebnis:

  • Die erreichten Lohnerhöhungen sind von ihrer Dimension her und unter Berücksichtigung der 3 Leermonate (04-06 2016) im unteren Bereich angesiedelt
     
  • Trotzdem bedeuten sie angesichts der aktuellen Inflationsrate eine Reallohnsteigerung
     
  • Der Lohnabschluss beinhaltet darüber hinaus eine dauerhaft wirkende soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen
     
  • Die Regelungen zum Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen beenden die Spaltung der TSI Belegschaft und sind eine starke Antwort auf die Bedrohung mit Kündigungen
     
  • Die Dauer des Ausschlusses betriebsbedingter Beendigungskündigungen bis zum 31.12.2018 bedeutet den Gleichlauf mit den Regelungen bei der DTAG und den Gesellschaften im Deutschland-Segment
     
  • Die Laufzeit des Ausschlusses der betriebsbedingter Beendigungskündigungen entkoppelt das Thema von der Laufzeit des Entgelttarifvertrages (31.03.2018)
     
  • Für 2016 und 2017 stehen insgesamt 680 gut ausgestaltete Altersteilzeitvereinbarungen zur Verfügung
     
  • Kritisch festzuhalten ist, dass sich noch nicht genügend Beschäftigte der TSI, der GEI und der MMS aktiv in ihre Tarifrunde eingebracht haben
     
  • Und festzuhalten ist, dass der Arbeitgeber dies eiskalt bewertet und seine Verhandlungsbereitschaft am Verhandlungstisch hiernach
    ausrichtet
     
  • Spürbar beim Arbeitgeber ist aber auch, dass die Aktivitäten derjenigen, die sich - auch in den letzten Tagen - aktiv in die Auseinandersetzung eingebracht haben, das jetzige Ergebnis überhaupt erst ermöglicht haben
     
  • ver.di hat unter den vorweg beschriebenen Rahmenbedingungen ein Ergebnis durchgesetzt, das einen starken Schutz der Beschäftigten beinhaltet; bei den Lohnprozenten war gegen den erbitterten Widerstand der Arbeitgeber nicht mehr herauszuholen

 
Mehr ist dann drin, wenn mehr Beschäftigte ver.di Mitglied werden

Mehr ist dann drin, wenn sich mehr engagieren:

  • Für ihre Tarifrunde
     
  • Für ihre Interessen

 
Es gibt viele gute Ansätze, viele haben sich engagiert und eingebracht!

  • Dran bleiben!
  • Mehr werden!
  • Mitmachen lohnt sich!!

 
Es bleibt dabei: Tarifergebnisse fallen nicht vom Himmel, sie müssen erkämpft werden!