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Tarifrunde Telekom 2018 - jetzt Forderung diskutieren

Tarifrunde Telekom 2018 - jetzt Forderung diskutieren

Lothar Schröder Portrait Kay Herschelmann Lothar Schröder  – ver.di-Bundesfachbereichsleiter TK/IT

Orientierung für die gesamte Branche


Die letzte große Tarifrunde im Telekom Konzern liegt nun gut 1 ½ Jahre hinter uns. Im April 2016 konnten wir einen Abschluss für das Deutschlandsegment, die Auszubildenden und Studierenden im Konzern durchsetzen, der sich mehr als sehen lassen konnte. Zwei Monate später ist es uns dann - in einem Spitzengespräch - gelungen, auch gegen die strikte Verweigerungshaltung der Arbeitgeber im Unternehmensbereich der T-Systems, einen Tarifabschluss durchzusetzen. Im Anschluss an diese Auseinandersetzungen hat ver.di in nahezu allen anderen Tarifbereichen der TK/IT Branche Abschlüsse durchgesetzt, mit denen sich echte Reallohnsteigerungen für die Beschäftigten ergaben.
Die Ergebnisse der Tarifrunde Telekom haben so eine klare Orientierung für die Entgeltentwicklung der Beschäftigten in der gesamten Branche gegeben.


Es laufen bereits viele Verhandlungen


Im Herbst 2016 sind die Telekom Beschäftigten mit einem erneuten Konzernumbau konfrontiert worden. Mitte 2017 wurden aufgrund dessen mehr als 15.000 KollegInnen quer über Unternehmens- und Tarifgrenzen hinweg verschoben. Durch die klare, ablehnende Haltung ver.di´s - zu Tariffluchtszenarien, wie wir sie bereits in 2007 erlebt haben - konnte ein umfassendes Schutzpaket durchgesetzt werden. Damit wurden die tariflichen Folgen der Umorganisation deutlich abgemildert und extreme Bedrohungsszenarien abgewehrt. Seit Herbst 2016 bis heute befindet sich ver.di mit dem Konzern in intensiven Verhandlungen zu den unterschiedlichen, diesbezüglich verabredeten Tarifkomplexen: Tarifschutz für übergeleitete Beschäftigte, Volltarifierung neuer Gesellschaften, eine neue attraktivere Altersteilzeitregelung, Einführung einer betrieblichen Altersversorgung in der bisherigen T-Shop, erste Schritte zur Konzernharmonisierung (mit z. B. der gestaffelten Abschaffung der Variablen im Nichtvertrieb und Einführung von Prämienmodellen im Massenvertrieb) sowie die Durchsetzung höherer Stundenlöhne zur Abgeltung von Mehrarbeit, sind hier beispielhaft zu benennen. 

Frank Sauerland Kay Herschelmann Frank Sauerland  – Bereichsleiter Tarifpolitik Grundsatz

Aus der Umorganisation und teils angespannten Beschäftigungssituation ergeben sich derzeit im gesamten Konzern viele Themen, die unsere Kollegen und Kolleginnen in den Unternehmen und Betrieben umtreiben und das gemeinsame Handeln von Betriebsräten und ver.di erfordern. Ohne dies aus dem Blick zu verlieren, ist es allerdings jetzt an der Zeit, sich wieder intensiv auf die anstehende große Tarifrunde im Telekom Konzern, die im Frühjahr 2018 beginnt, vorzubereiten.
Eine zentrale gemeinsame Orientierung für die Diskussion hilft dabei, Forderungsgegenstände zu finden, die dann über alle einbezogenen Unternehmen einheitlich verfolgt und damit auch gemeinsam durchgesetzt werden können. Einheitliche Forderungspositionen stärken unseren Zusammenhalt und damit unsere Kraft, diese auch gegenüber den Arbeitgebern durchzusetzen.

Dabei gilt: Gute Ergebnisse lassen sich nur gemeinsam erreichen. Je mehr wir sind, je mehr sich beteiligen und in ver.di zusammenstehen, desto erfolgreicher werden wir sein!

 

Tarifforderung 2018: Intensiv, kompetent und engagiert diskutieren!

Ablauf der Forderungsfindung

Leider verwechseln manche öffentlichen Medien immer wieder, den Diskussionsrahmen – mit der konkreten Forderung.

Deshalb möchten wir hier klar herausstellen: Die im Folgenden beschriebenen Inhalte dienen dem Anstoß der Mitgliederdiskussion darüber, was konkret in 2018 als Forderung im Telekom Konzern erhoben werden soll. Die Strukturen für die Diskussion in den Betrieben und der konkrete örtliche Ablauf, werden durch die betrieblichen/regionalen ver.di-Strukturen im Fachbereich organisiert. Die örtlichen Diskussionsergebnisse werden von ihnen jeweils zusammengefasst und an die zuständigen Landesbezirksfachbereiche weitergeben. Bis spätestens Ende November 2017 fassen diese die Diskussionsergebnisse im jeweiligen Landesbezirksfachbereich zusammen und leiten sie dann an den Bundesfachbereich weiter.

Die Forderungen für die Tarifrunde 2018 im Telekom Konzern werden dann voraussichtlich Anfang Dezember 2017 im Bundesfachbereichsvorstand beschlossen.

 

Tarifsituation

Allgemeines tarifpolitisches Umfeld (Quelle: WSI Tarifarchiv)          

Die Tariflöhne und -gehälter sind 2016 im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt (aller Branchen) gegenüber 2015 um 2,4* Prozent gestiegen (2015: 2,7%*). Angesichts des Anstiegs der Verbraucherpreise (2016: +0,5%) können diese ausgeglichen und eine merkliche tarifliche Reallohnsteigerung in Höhe von 1,9% verzeichnet werden.

*[Eingerechnet sind alle tabellenwirksamen Entgelterhöhungen die sich während des Jahres ergeben; inkl. Einmal- und Pauschalzahlungen].

Bei den bisherigen Tarifrunden in 2017 lagen die Tarifforderungen in vielen Branchen zwischen 4,5% und 5,5%. Bei bisherigen Abschlüssen liegen die Ergebnisse für 2017 bei großen Branchen (z. B. ÖD Länder, Eisen- und Stahlindustrie, Einzel- und Großhandel) zwischen 2,0 bis 2,5%. Die Tarifrunden 2017 sind jedoch noch nicht für alle Branchen abgeschlossen, insofern werden sich die Ergebnisse für 2017 noch verändern. 


Welche Tarifrunden laufen 2018?

Neben „unserer Tarifrunde 2018“ (die ab 31.Januar 2018 beginnt) befinden sich Anfang 2018 auch die Metall- und Elektroindustrie (ab 31.Dezember 2017), die Deutsche Post AG und Volkswagen (Ende Januar 2018) und der Öffentliche Dienst mit Bund und Gemeinden (Ende Februar 2018) in Tarifrunden.
 

Abschlüsse bei der Telekom ver.di Abschlüsse bei der Telekom

Tarifsteigerungen Telekom

Für die Tarifbereiche der Telekom, die in die Tarifrunde 2018 im Fachbereich TK/IT integriert sind, konnte mit den Tarifrunden der vergangenen Jahre - trotz aller widrigen Umstände (wie z. B. die in der Vergangenheit wegfallenden T-Service Rucksäcke oder die bei der RSS GmbH beabsichtigten Gegenrechnungen von Tarifsteigerungen auf gesicherte Jahreszielentgelte) - „inflationsbedingte Einkommenslücken“ der Beschäftigten abgefedert und echte Reallohnzuwächse durchgesetzt werden. Dies gilt auch für den Bereich der T-Systems, obwohl dort in den letzten beiden Tarifrunden geringere Steigerungen als im Deutschlandsegment erfolgt sind. Auf diese insge-samt positive Bilanz muss die Tarifrunde 2018 aufbauen.

Erfolgsfaktor für diese Ergebnisse der Vergangenheit war, dass sich ver.di auf die Tarifrunde intensiv und konsequent vorbereitet hat und die Mitglieder zu jeder Phase - von der Forderungsfindung bis zum Abschluss - beteiligungsorientiert eingebunden waren.

Diesen Weg setzen wir fort!

Die „klassische Lohnformel“

Tarifforderungen begründen sich im Allgemeinen aus mindestens zwei Komponenten: Dem Ausgleich der Preissteigerungsrate und der Teilhabe am (gesamtwirtschaftlichen) Produktivitätsfortschritt. Diese Bestandteile bestimmen den sogenannten „verteilungsneutralen Erhöhungsspielraum“. Vor 2012 konnte der gesamtwirtschaftliche „verteilungsneutrale Spielraum“ bei den Entgelterhöhungen häufig nicht ausgeschöpft werden. In der Folge wurden die Beschäftigten - gesamtwirtschaftlich gesehen - in diesen Jahren nicht am wirtschaftlichen Zuwachs beteiligt. Seit 2012 ist es den Gewerkschaften in Deutschland wieder gelungen, den verteilungsneutralen Spielraum nicht nur auszuschöpfen, sondern sogar Tarifabschlüsse oberhalb dieser Zielmarke durchzusetzen. Begünstigt wurde dies dadurch, dass im Euroraum die Inflationsraten stark gesunken sind.

Inflationsraten ver.di Inflationsraten

Für 2017 wird ein Zuwachs der Verbraucherpreise von etwa 1,6 Prozent, für 2018 in ähnlicher Größe zwischen 1,4 bis 1,8% erwartet.

Bei der Arbeitsproduktivität lauten die Prognosen 0,5 bis 1,1 Prozent Steigerung in 2017 und 0,7 bis 1,2 Prozent in 2018. Daraus ergibt sich für 2018 ein rechnerischer verteilungsneutraler Spielraum für Lohnerhöhungen von 2,1 bis 3 Prozent, bezogen auf 12 Monate.

Unter Berücksichtigung des bestehenden, gemeinsamen Währungsraums und der Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von den europäischen Konjunkturentwicklungen, kann alternativ als Maßstab für die Preissteigerung, die für den gesamten Währungsraum angepeilte Zielinflationsrate der Europäischen Zentralbank herangezogen werden. Diese liegt bei 2,0%.

Da die Produktivitätsentwicklung mit den Konjunkturzyklen schwankt, ist es außerdem sinnvoll, hier einen längerfristigen Trend zu betrachten. Im Trend liegt die Produktivitätsentwicklung bei 1,5%. Der „verteilungsneutrale Spielraum“ bewegt sich somit zwischen 3,0% und 3,5%.

Reallöhne stärken!  Binnennachfrage stützen!

Steigende Energie- und Verbraucherpreise; stetig höhere Aufwendungen für Gesundheit und auch stei-gende Beiträge in die Altersversorgungssysteme (und vieles andere mehr) belasten die Einkommen der Beschäftigten. Es ist eine aktive Tarifpolitik notwendig, damit die Realeinkommen der Beschäftigten nicht sinken.

Ergebnisorientierte Forderung ver.di Ergebnisorientierte Forderung

Aber auch die Wirtschaft braucht steigende Realeinkommen. Es ist festzustellen, dass der private Konsum seitdem die letzten Jahre die Realeinkommen wieder gestiegen sind, die wichtigste Triebfeder für die Konjunktur in Deutschland ist und nach Einschätzung der Bundesregierung auch bleibt. Das Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichte in seinem Monatsbericht im August 2017 eine entsprechende Position und folgende Einschätzung: „Der private Konsum bleibt trotz der Normalisierung bei den Verbraucher-preisen eine verlässliche Stütze der Konjunktur.“ „Insgesamt ist nicht zuletzt auch aufgrund der soliden Entwicklung von Einkommen und Beschäftigung davon auszugehen, dass der private Konsum im zweiten Quartal weiter spürbar expandieren wird.“

Unsere aktive Tarifpolitik - die auf steigende Reallöhne zielt - hilft damit nicht nur unseren Mitgliedern, sondern stützt auch eine positive Wirtschaftsentwicklung.

Branchenbarometer ITK

Die ITK Branche blickt laut dem Branchenverband Bitkom mit viel Optimismus auf das laufende Jahr. „Die positiven Geschäftserwartungen spiegeln die weiterhin gute allgemeine wirtschaftliche Lage wider. In der Bitkom-Branche ist die Stimmung sogar noch besser als in der Gesamtwirtschaft“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. (Quelle: Presseveröffentlichung vom 18. August 2017)

In der Branche gibt es allerdings unterschiedliche Entwicklungen zwischen der Informationstechnik (IT) und der Telekommunikation (TK). Während das Marktvolumen bei IT in 2017 von 83,7 Mrd. € voraussichtlich um 2,7 % auf dann 86 Mrd. € wächst, sagt der Branchenverband für TK eine Reduzierung um 0,2 % von 66,4 Mrd.€ auf dann noch 66,2 Mrd. € voraus.

Ausbildungsvergütungen und Vergütungen für Studierende in duale Studiengängen

Von Arbeit muss man leben können – von Ausbildung und Studium auch. ver.di strebt deshalb existenzsichernder Ausbildungsvergütungen für alle Auszubildenden und Vergütungen für Studenten in dualen Studiengängen an. Unter Existenzsicherung verstehen wir hierbei die Möglichkeit, unabhängig vom Elternhaus, den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.  

Die Ausbildungsvergütungen und die Vergütungen der dualen Studenten müssen sich mindestens in dem Umfang erhöhen, wie sich die Entgelte der ArbeitnehmerInnen im Rahmen der Tarifrunde erhöhen. Um dem Ziel der existenzsichernden Vergütungen einen Schritt näher zu kommen, sollte eine überproportionale Anhebung der Vergütungen (z. B. über entsprechende Festbeträge, Steigerung sozialer Komponenten wie der Unterhaltsbeihilfe oder der Reisekostenerstattung) erfolgen.

Im Rahmen der Forderungsdiskussion ist zu klären, mit welchen konkreten Forderungselementen und -beträgen wir für die Azubis und Studierenden in dualen Studiengängen in die Tarifrunde 2018 gehen und ob ggf. auch andere qualitative Elemente (wie z.B. Zeiten zur Prüfungsvorbereitung für Studenten) auf die Tagesordnung gesetzt werden.


T-Systems

Eine besondere Situation gibt es bei T-Systems. Der T-Konzern versucht hier, das Segment mit Personalab- und -umbau, zahlreichen Transformations- und Umorganisationsprogrammen neu auszurichten. Zum neuen Instrument der T-Systems-Geschäftsführung gehört es dabei in den letzten zwei/drei Jahren leider auch, die Beschäftigten nun auch z. B. mit schlechten Zielerreichungszahlen unmittelbar finanziell zu belasten oder sie von Konzernentwicklungen (z. B. von ersten Schritten der Konzernharmonisierung sowie Entgelterhöhungen die im Rest des Konzerns stattfinden) abzukoppeln. ver.di stellt sich diesem entgegen und hat bereits in der Vergangenheit, z. B. durch die Sicherung von Variablenanteilen, Entgeltrunden die über den Inflationsraten liegen sowie dem durchgesetzten Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen, „noch schlimmeres“ verhindert.           
Im Rahmen der Forderungsdiskussion ist jedoch zu klären, mit welchen konkreten Forderungselementen wir für die Beschäftigten der T-Systems in die Tarifrunde 2018 gehen und wie sich der oben aufgezeichnete Trend stoppen lässt.


Themen im Blick: Konzernharmonisierung; Digitalisierung; Lebensarbeitszeitkonten; Qualifizierung

Im Rahmen der Verhandlungen zu Konzernharmonisierung sind erste konkrete Schritte ab 01.01.2018 und ab 01.01.2019 vereinbart. Z. B. die stufenweise Abschaffung der Variablen im Nichtvertriebsbereichen des Konzerns sowie Erhöhung der Stundenentgelte. Das sind erste wichtige und richtige Schritte. Um das Ziel einer umfassenden Harmonisierung zu erreichen, bedarf es allerdings noch weiterer Schritte.         
           
Im Zusammenhang mit dem LOI einfach anders, hat ver.di für die Beschäftigten in der DTS, DT Technik und DTA u. a. eine Verkürzung der Arbeitszeit zum 01.01.2019 von 38 auf dann 36 Stunden (mit Teillohnausgleichen) vereinbart. Darüber hinaus gibt es Optionen einer befristeten weiteren Reduzierung, allerdings auch temporärer Erhöhungen. Offen ist, ob, für wen und in welchem Umfang diese weiteren Optionen ggf. in Zukunft zum Tragen kommen werden. Zu klären ist, wie die Wirkungen der Arbeitszeit insgesamt in den Betrieben beschäftigungspolitisch wirksam umgesetzt werden.

Im Rahmen der Kampagne Gute Arbeit hat ver.di Lebensarbeitszeitkonten durchgesetzt, bei dem der Arbeitgeber bis Ende 2018 (bei entsprechenden Eigenbeiträgen der Beschäftigten und zu beachtenden Entgeltgrenzen des individuellen Jahreszielentgeltes) eine jährliche Förderleistung seitens des Arbeitgebers leistet. Offen ist hier, wie es damit ab 2019 weitergeht.

Die anstehenden, auch durch die Digitalisierung getrieben Umbrüche in der Arbeitswelt erfordern - und da sind sich alle „Experten“ einig - eine Bildungs- und Qualifizierungsoffensive. Im täglichen Arbeitsumfeld erleben die Beschäftigten jedoch heute etwas völlig anderes. Abgesagte Qualifizierungen und Arbeitsdruck, der sich als Qualifizierungshemmnis auswirkt. Kann „Bildungsteilzeit“ hier, ein aus Arbeitnehmersicht, richtiges Instrument sein und wie müssten in diesem Fall die Rahmenbedingungen gestaltet sein?

Im Rahmen der Forderungsdiskussion ist zu klären, ob derartige, beispielhaft aufgezählte „qualitative Themen“ in die Tarifrunde eingebracht werden sollen oder nicht. Bestehende Friedenspflichten müssen dabei beachtet werden.


Schutz und Sicherheit

Zum 31.12.2018 läuft der derzeit bestehende Schutz vor betriebsbedingten Beendigungskündigungen bei folgenden Gesellschaften aus: Telekom Deutschland, DTA, DTS, DT Technik, DTAG, ISP GmbH, PKV, DTSE und T-Systems Unternehmen.

Wenn die Arbeitgeber die Möglichkeit haben, Personalbestandsreduzierungen über das Mittel betriebsbedingter Beendigungskündigungen zu realisieren, führt dies zu einer unmittelbaren Bedrohung der Existenzgrundlage der Beschäftigten. Daneben hat das weitere negative Wirkungen. „Freiwillige sozialverträgliche Personalabbauinstrumente“ würden mit Sicherheit nicht, bzw. nicht im bisherigen Umfang angeboten werden, wenn der Arbeitgeber einmal das Mittel der Beendigungskündigungen nutzen könnte. Auch würde sich die „Kultur des Umganges miteinander“ im Unternehmen und unter den Beschäftigten drastisch negativ verändern. Der kollektive Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen hat deshalb, neben der unmittelbaren Entgeltpolitik, oberste Priorität.

Im Rahmen der Forderungsdiskussion muss das Thema der Verlängerung dieses Schutzes ab Ende 2018 mit behandelt werden.

 

 
Zentrale Forderungsempfehlung: ZUR DISKUSSION!

Entgelterhöhung

Unter Abwägung der oben aufgeführten Rahmenbe-dingungen (Auschöpfung des neutralen Verteilungsspielraums) und Berücksichtigung einer Umverteilungskomponente wird für die Tarifrunde 2018 eine Forderung in Höhe von 5,0% empfohlen. Für die Auszubildenden und Studenten in dualen Studiengängen wird empfohlen, eine überproportionale Anhebung der Ausbildungsvergütungen bzw. Vergütungen zu fordern.

Laufzeit

Die Forderung sollte mit dem Bezug zu einer Laufzeit von 12 Monaten für die Entgelttarifverträge erhoben werden.

Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen

Es wird empfohlen, die Forderung zur Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Beendigungskündigungen zwingend weiter zu verfolgen. Die Forderung sollte jedoch ausserhalb der Tarifrunde 2018 erhoben werden.
 

Kündigungstermine ver.di Kündigungstermine

Unternehmensbezogene Besonderheiten

In den in die Tarifrunde einbezogenen Tarifbereichen gibt es Unterschiede. Selbstverständlich sind in dem Diskussionsprozess auch unternehmensspezifische Besonderheiten zu erörtern. Ob und wenn ja, welche unternehmensspezifischen Forderungsgegenstände in die Tarifrunde 2018 eingebracht werden sollen, muss in der Diskussion geklärt werden. Zu beachten ist: mangelnde Fokussierung schwächt gemeinsame Durchsetzungsfähigkeit!

Die zentrale Forderungsempfehlung zur Tarifrunde 2018 im Telekom Konzern wird ab jetzt bis Ende November 2017 im ver.di Fachbereich TK/IT diskutiert und konkretisiert.

 

Nur wer drin ist, bewegt was! Die Mitglieder sprechen bei uns mit!

Wer mitsprechen will - muss MITziehen!

JETZT: Mitglieder werben - ver.di stärken - mitgestalten!