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Gute Arbeit im Telekom-Konzern - ver.di plant Befragung

Gute Arbeit im Telekom-Konzern - ver.di plant Befragung

"Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige."
Lucius Annaneus Seneca

Auch ver.di muss regelmäßig die „richtigen Häfen“ abstecken, um im Sinne der Beschäftigten zu agieren und auch, um die richtigen Forderungen an den Arbeitgeber zu stellen.

Vor den Tarifrunden findet jeweils ein basisorientierter Beteiligungsprozess statt, in dem unsere Mitglieder ihre Forderungen zu den jeweiligen Tarifrunden erarbeiten. Dies ist ein wiederkehrender Prozess in dem die jeweiligen kurzfristigen Ziele einer Tarifrunde festgelegt werden.

Bei der Frage wie sich die veränderte Arbeitswelt auf die Beschäftigten des Telekom-Konzerns auswirkt, wollen wir einen Schritt weitergehen. Mit einer groß angelegten Befragung mit dem DGB-Index Gute Arbeit fordern wir alle Beschäftigten des Telekom-Konzerns auf, mit uns zu erörtern:

  • Haben Sie eine Gute Arbeit?
  • Was macht Ihre Arbeit zu Guter Arbeit?
  • Was fehlt Ihnen zu Guter Arbeit?
  • Was können wir tun, um Gute Arbeit im Telekom-Konzern zu erreichen?


Im Jahr 2012 wurde zum ersten Mal eine Befragung mit dem DGB-Index Gute Arbeit im Telekom-Konzern durchgeführt. Die gute Beteiligung hat damals aussagekräftige Ergebnisse erbracht, welche in den folgenden Jahren genutzt wurden, um auch konkrete Forderungen an den Arbeitgeber heranzutragen und konkrete Maßnahmen abzuleiten.

Neben dem Tarifvertrag Belastungsschutz und dem Tarifvertrag zu Mobile Working wurde, flankiert durch die damaligen Befragungsergebnisse, auch ein Tarifvertrag zu Lebensarbeitszeitkonten verhandelt und durchgesetzt. Mit einem Lebensarbeitszeitkonto kann z. B. eine spätere Teilzeit realisiert werden, ein früherer Renteneintritt oder einfach mal eine Auszeit.

Weiterhin konnte erreicht werden, dass die Variable Vergütung heute in fast allen Konzernteilen (mit Ausnahme der Vertriebsbereiche) abgeschafft ist – für viele Kolleginnen und Kollegen stellte diese eine sehr große Belastung dar.
 
Gute Arbeit bedeutet aus der Sicht von Arbeitnehmer*innen:

  • ein festes, verlässliches Einkommen zu erhalten,
  • unbefristet beschäftigt zu sein,
  • kreative Fähigkeiten in die Arbeit einbringen und entwickeln zu können,
  • Sinn in der Arbeit zu erkennen,
  • Anerkennung zu erhalten,
  • soziale Beziehungen zu entwickeln und
  • die Achtung bzw. der Schutz der Gesundheit.

    Aus „Was ist Gute Arbeit“ der Initiative Neue Qualität der Arbeit (inqa)
     

Gute Arbeit und Hyperflexibilisierung – Wer kann immer, überall und am besten?

Egal ob räumlich, zeitlich oder organisatorisch – immer öfter wird von Beschäftigten höchste Flexibilität erwartet, am besten auf allen Ebenen gleichzeitig. „Digitalisierung“ und „agile Transformation“ sind überall genutzte Schlagworte.

Dabei ist die Erwartung einer gewissen Flexibilität nichts Neues, aber sie geht aktuell immer weiter: Aus Work-Life-Balance wird mehr und mehr Work-Life-Blending, also die Verschmelzung der Arbeitswelt mit der Lebenswelt. Was erst einmal als neu und schön beschrieben werden kann – eigene Einteilung der Arbeitszeit, auch mal private Termine oder Einkäufe zwischendurch erledigen, schnell ein paar Mails im Zug auf dem Weg zur Oma oder im Café um die Ecke die Protokolle fertig schreiben – braucht (Infra-)Strukturen und einen sicheren Rahmen um den Schutz des Einzelnen zu gewährleisten. Denn schnell wird aus „Ich kann das heute Abend machen.“ ein „Ich muss das heut Abend noch irgendwie schaffen.“

Entscheidend ist dabei auch der eigene Anspruch an sich selbst „gute Arbeit“ abzuliefern und dies auch zeitgerecht und pünktlich. Durch indirekte Steuerung kann dieser Anspruch (aus-)genutzt werden und steigert so weiter die Belastung der Beschäftigten.

Neben betrieblichen Interessenvertretungen sind hier auch Gewerkschaften gefragt tarifpolitisch Mechanismen aufzubauen, die vor Ausbeutung bewahren, aber den Beschäftigten auch Räume schaffen die der eigenen Unabhängigkeit dienen. ver.di steht für Souveränität, von welcher beide Seiten profitieren können. Nicht nur der Arbeitgeber kann Flexibilität verlangen, auch die Arbeitnehmer*innen.

Die Befragung dient dazu, auch zu diesem Thema eine unmittelbare Einschätzung der Kolleginnen und Kollegen zu erhalten.
 
Wie erfolgt die Befragung der Beschäftigten?

Die Befragung findet im Zeitraum vom 1. bis 31. März 2019 statt.

Am dem 1. März 2019 wird jede Kollegin / jeder Kollege eine ver.di-Info erhalten in der ein Link zu finden ist über den man sich für die Teilnahme registrieren kann. Viele wichtige weitere Infos sind dann auch in dieser ver.di-Info zu finden.

Die Befragung im Konzern Deutsche Telekom basiert auf dem DGB-Index Gute Arbeit, der 2007 von Gewerkschaften und Wissenschaftler*innen erarbeitet wurde und hohe Anerkennung genießt.
 
Mitmachen für GUTE ARBEIT
für Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen!
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Spätestens jetzt: ver.di stärken. ver.di-Mitglied werden!