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Verhandlungsauftakt zur Telekom-Tarifrunde 2018

Verhandlungsauftakt zur Telekom-Tarifrunde 2018

Verhandlungen aufgenommen


Am Dienstag, den 20. Februar sind die Verhandlungen zur Tarifrunde 2018 für die ver.di-Mitglieder im Deutschlandsegment / DTAG aufgenommen worden. ver.di hat die im Dezember 2017 beschlossenen Forderungen in die Verhandlungen eingebracht und umfangreich begründet.
 
Forderung zur Tarifrunde 2018:

  • Tabellenwirksame Entgelterhöhung und Erhöhung der individuellen Entgelte um 5,5 %
  • Laufzeit 12 Monate
  • Komponente zur Steigerung der Einkommensgerechtigkeit
  • Überproportionale Erhöhung der Azubi-Vergütungen / Vergütungen für dual Studierende um 75€
  • Erhöhung der Einmalprämie für „EQ´s“, die in ein Ausbildungsver-hältnis übernommen werden um 75€
  • Erhöhung der Unterhaltsbeihilfe
     

Deutsche Wirtschaft wächst!
Im Jahreswirtschaftsbericht für das Jahr 2018 geht die Bundesregierung auf die aktuelle wirtschaftliche Situation ein.

Die Weltwirtschaft zeigt sich in guter Verfassung. Das globale Wachstum wird von nahezu allen Weltregionen getragen. Auch die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem kräftigen Aufschwung. Mit einem Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent wurde im vergangenen Jahr der höchste Wert seit neun Jahren verzeichnet. Für das kommende Jahr erwartet das Bundeswirtschaftsministerium sogar einen Zuwachs von 2,4 Prozent. Die Kaufkraft der privaten Haushalte spielt hierbei eine starke Rolle. Gute Tarifabschlüsse und ordentliche Lohnentwicklung fördern insofern eine positive Entwicklung der deutschen Wirtschaft.


ITK-Branche auf Rekordkurs
Laut Branchenverband bitkom ist die Stimmung in der ITK-Branche sogar noch besser als in der Gesamt-wirtschaft. Der BitKom-Index, der die Geschäftserwartungen der Branche dokumentiert ist auf den Rekordwert von 78 Punkten gestiegen; der höchste Wert seit der erstmaligen Erhebung in 2001.

Angesichts der positiven Geschäftsentwicklung ist der Personalbedarf in der Branche groß. Bis zum Jahresende erwartet bitkom einen Anstieg auf 1,134 Millionen Beschäftigte. Drei von vier Unternehmen in der Branche wollen neue Stellen schaffen. Der zunehmende Fachkräftemangel verhindert ein noch größeres Wachstum!


Telekom erhöht zum zweiten Mal ihre Ergebnisprognose für 2017
Der Konzern Deutsche Telekom AG profitiert von der allgemeinen positiven Situation. In der Quartalsmeldung zum dritten Quartal 2017 vermeldet der Konzern ausschließlich gute Nachrichten. Bereits zum zweiten Mal wurde die Ergebnisprognose für das Jahr 2017 erhöht. Bei Rekordinvestitionen von 9,2 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten des Jahres 2017, stieg der Umsatz um 0,8 Prozent; das E-BITDA legte um 5,7 Prozent zu und der Konzernüberschuss wuchs um 19,6 Prozent.

Auszug aus dem Quartalsbericht QIII/2017:

„Die Telekom wächst weiter kräftig, deshalb heben wir zum zweiten Mal in diesem Jahr unsere Prognose an“, sagte Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. „Unser boomendes US-Geschäft und unsere starke Performance in Deutschland sowie die positiven Trends in den europäischen Landesgesellschaften machen das möglich.“


Gute Ausgangslage für gute Lohnerhöhungen!
In den letzten Jahren haben die Gewerkschaften ordentliche Steigerungen der Reallohneinkommen durchsetzen können. Dies spielte eine entscheidende Rolle für die Rahmenbedingungen, die wir aktuell in der deutschen Wirtschaft vorfinden.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem kräftigen Aufschwung. Die Branchendaten erreichen Rekordwerte und auch der Konzern vermeldet glänzende Zahlen. Daneben steigt die Beschäftigung in Deutschland immer stärker an. Diese positive Entwicklung gilt es mit guten Lohnerhöhungen zu flankieren.


Auszubildende und Dual Studierende
Die Investition in Ausbildung lohnt sich für Unternehmen mit Blick in die Zukunft eigentlich immer. Doch schon innerhalb der Ausbildungszeit sind Auszubildende und dual Studierende immer produktiver.

Der Fachkräftemangel erfordert Anstrengungen zur Gewinnung und Bindung von Nachwuchskräften.

Die arbeitgeberseitig betriebene Zentralisierung der Ausbildung führt dazu, dass die anziehenden Preise und die Mietkosten Auszubildende und dual Studierende besonders stark treffen. Die überproportionale Anhebung der Vergütungen der jungen Menschen sowie eine Erhöhung der Unterhaltsbeihilfe sind daher wichtiger denn je.


Erste Arbeitgeberreaktion
Die Arbeitgeberseite nahm die ver.di Forderung und ausführliche Begründung entgegen und forderte in einer ersten Reaktion ein, anstatt die allgemeinen Wirtschaftsentwicklungen vielmehr die konkrete Unternehmenssituation in den Schwerpunkt der weiteren Verhandlungen zu stellen. Sie wolle insofern in der kommenden Verhandlungsrunde am 8. März auf die ver.di-seits eingebrachten Begründungen aber insbesondere auf die konkreten Geschäftsergebnisse der Telekom eingehen.

Dabei stellten sie bereits diesmal heraus, dass das Marktumfeld, mit dem vorhandenen Preiskampf und zukünftig notwendigen Investitionen zu beachten seien. Das Geld für Investitionen in die Netze müsse schließlich irgendwo herkommen. Ansonsten seien sie verhandlungsbereit und wollten einen angemessenen und maßvollen Tarifabschluss erreichen, der den zukünftigen wirtschaftlichen Herausforderungen des Telekom Konzerns Rechnung trägt.
 
ver.di begrüßte die arbeitgeberseitig erklärte Verhandlungsbereitschaft und bekräftige ebenfalls einen angemessenen aber vor allem fairen Tarifabschluss erreichen zu wollen. Die Beschäftigten müssen am Erfolg der Telekom auch durch ordentliche Lohnerhöhungen beteiligt werden. Dabei muss ein Abschluss den Leistungen und finanziellen Herausforderungen, vor denen die Beschäftigten mit ihren Familien stehen, Rechnung tragen.

Dass Geld für Investitionen erforderlich ist, ist auch aus ver.di Sicht unbestritten. Dieses werde aber gewiss nicht bei der nun anstehenden Tarifrunde bei den Beschäftigten abgeholt.


Belastung der Tarifrunde durch schlechte Big 6 Zielerreichung vermeiden
Am Rande der Verhandlungen erreichte die ver.di Verhandlungskommission die Information, dass sich für das Deutschlandsegment eine rechnerische Zielerreichung für 2017 in Höhe von deutlich unter 90 % abzeichnet. Die Arbeitgeberseite dementierte dies auf Nachfrage von ver.di nicht, verwies allerdings darauf, dass die Zielerreichung 2017 kein Thema für die jetzige Tarifrunde sei, weil für die abschließende Festlegung der Zielerreichung schließlich der jeweilige Aufsichtsrat zuständig sei.

ver.di hat die formale Antwort des Arbeitgebers zur Kenntnis genommen allerdings unmissverständlich darauf hingewiesen, dass eine Big 6 Zielerreichung von unter 100% für 2017 die laufende Tarifrunde massiv belasten würde. Die Leistung und der Einsatz der Beschäftigten in 2017 muss aus Sicht von ver.di mit einer mindestens 100 % Zielerreichung einhergehen. Alles andere müssen die Beschäftigten als Missachtung ihrer Leistung im Jahr 2017 ansehen.

Der ver.di Verhandlungsführer Franks Sauerland appellierte an die Arbeitgeber dieses Szenario besser nicht zu riskieren. Er forderte die Arbeitgeberseite auf, die Motivation der Beschäftigten nicht aufs Spiel zu setzen und kündigte an, dass sich alle ver.di Vertreter in den Betriebsräten und Aufsichtsräten des Telekom Konzern geschlossen gegen eine Feststellung unter 100% hart positionieren werden.
 
Wir streiten für ein gutes Ergebnis!

Unsere ver.di-Verhandlungskommission Tim Feise Verhandlungskommission

Wie geht es weiter
Ver.di hat den Arbeitgeber aufgefordert schnell ein verhandlungsfähiges Angebot in die Verhandlungen einzubringen. Die Verhandlungen werden am 8. März fortgesetzt.