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„Vollbetroffenheit“ der PVG!

„Vollbetroffenheit“ der PVG!

 19. Juli 2019 

 

Vollbetroffenheit 

Der Begriff „Vollbetroffenheit“ beschreibt, dass eine Organisations- und Rationalisierungsmaßnahme alle Beschäftigten in einem Unternehmen betrifft. 

Diese Feststellung löst in den Tarifverträgen zum Rationalisierungsschutz in den Telekomeinheiten einen bestimmten Mechanismus aus. 

Moment, mal... 

  1. in der PVG haben wir gar keinen Tarifvertrag zum Rationalisierungsschutz und
  2. sind wirklich alle Beschäftigten betroffen? 

 
Die Antworten sind Ja und Ja! 

Wie in unserem Beschäftigteninfo 1 beschrieben, braucht es einen uneingeschränkten Kündigungsschutz mindestens bis zum geplanten Ende der Maßnahmen am 31.12.2021. 

Aktuell haben wir einen Ausschluss von betriebsbedingten Beendigungskündigungen bis zum 31.12.2020. Es fehlt somit mindestens 1Jahr. Ein Jahr in dem viel passieren kann. 

Ein Tarifvertrag zum Rationalisierungsschutz würde zumindest eine Auffanggesellschaft und eine dauerhafte wirtschaftliche Absicherung der identifizierten Beschäftigten bieten. 


20% Shops schließen 

Die PVG ist tatsächlich kollektiv betroffen. Die Aussage der Arbeitgeberseite ist: Bis zu 80% der Shops bleiben erhalten. 

Klartext: mindestens 20% sollen geschlossen werden. 

Mindestens! 

Aktuell haben wir 505 Shops bundesweit. 

20% sind 101! Und es sind viel mehr auf dem Prüfstand. Lediglich 200 sollen „safe“ sein. Welche das sein werden, wissen wir nicht. 

 

100 Shop-Leiter*innen und 500 bis 700 Verkäufer*innen weniger 

Gehen wir im besten Fall davon aus, dass nur 100 Shops geschlossen werden. Dann braucht der Arbeitgeber auch 100 Shopleiter*innen und - sagen wir ca. 500 bis 700 Verkäufer*innen nicht mehr. 

Insgesamt sollen jedoch 1.200 bis 1.300 FTE (Full Time Equivalent) gestrichen werden... woher kommt wohl der Rest? 

 

Zentrale im Fokus 

Zitat der arbeitgeberseitigen Information: 

„Auch in der Zentrale liegen Chancen...“ Zitat Ende. 

So nennt man das jetzt. Wir finden das ziemlich zynisch! 

Damit setzt die Geschäftsführung die berufliche Zukunft und Existenz vieler Beschäftigter in so gut wie allen Bereichen aufs Spiel. 

 

Regelungen aus dem Kündigungsschutzgesetz 

Welche Beschäftigten hinterher tatsächlich individuell betroffen sein werden liegt nicht daran ob der jeweilige Shop oder Bereich dicht gemacht bzw. verkleinert wird. 

Wenn der tarifliche Schutz nicht (mehr) greift, gelten die gesetzlichen Regelungen. 

Das bedeutet, dass neben Qualifikation und aktuellem Auf-gabenbereich bzw. Shopstandort, soziale Faktoren eine wesentliche Rolle spielen. Lebensalter, Betriebszugehörig-keit, unterhaltspflichtige Kinder etc. Eine anschließende sogenannte „Löcherwanderung“ durch notwendige Verset-zungen wird zudem in der Folge ausgelöst, wenn Beschäf-tigte identifiziert werden, die in einem Bereich oder Shop beschäftigt sind der erhalten bleibt, oder gar aufgebaut wird, wie der Internetvertrieb.  Gerade die jüngeren Beschäftigten sind somit eher gefährdet. Ein besonderes Gefahrenpotential besteht für Beschäftigte, die noch keine zwei Jahre Betriebszugehörigkeit haben. Für sie greift auch der bisherige tarifliche Schutz nicht. 

 

Geschlossenheit macht stark! 

Wir dürfen uns in diesen Tagen und Wochen als Belegschaft nicht spalten lassen. Ob jung oder älter, ob Arbeitnehmer*in oder (beurlaubte/r) Beamt*in, ob vermeintlich sicherer oder eher unsicherer. 

Unser Ziel ist alle Beschäftigten gleichermaßen zu schützen! 

Dafür müssen wir zuerst Geschlossenheit in der PVG herstellen und diese Geschlossenheit auch gegenüber der Geschäftsführung deutlich machen. Nur so können wir unser Ziel erreichen! 

Das hier ist kein Spaß und kein Spiel. 

 

Beteiligt euch! 

Ab sofort gehen unsere ver.di Vertrauensleute, Betriebsräte und Auskunftspersonen durch die gesamte PVG. 

Jeder Shop und jeder Bereich wird aufgesucht. Wir sammeln Unterschriften für Sicherheit im Umbruch. 

Wir wollen aber auch wissen, wer bereit ist, sich an gewerkschaftlichen Veranstaltungen, möglichen Protestaktionen bis hin zu Arbeitskampfmaßnahmen zu beteiligen. 

Nur wenn mindestens die Hälfte der Belegschaft dazu konkrete Bereitschaft signalisiert, sind wirkungsvolle Maßnahmen überhaupt denkbar. Würden sich nur wenige beteiligen, geht der „Schuss“ eher nach hinten los. Dann lassen wir es besser. 

Die weitere Vorgehensweise, auch die Frage, ob wir die Arbeitgeber zu offiziellen Tarifverhandlungen auffordern werden, hängt maßgeblich von der Bewertung unserer konkreten Durchsetzungsfähigkeit ab. Diese Bewertung nehmen unsere zuständigen, gewählten ver.di-Gremien auf Bundesebene Anfang September vor. 

Signalisiert deshalb eure Aktionsbereitschaft bitte bis Ende August eurer zuständigen ver.di-Vertrauensperson. 

Werdet zudem Mitglied, wenn ihr es bisher noch nicht seid. Alle Maßnahmen kosten auch Geld, die die ver.di-Mitglieder mit Ihrem Beitrag finanzieren. Finanzkraft träft auch zur Durchsetzungsstärke bei! Solidarität macht stark. 

Abgestimmtes, planvolles Handeln! 

 

Pyramide ver.di Pyramide

Wir gehen eng abgestimmt und überlegt vor. Der abgestimmte Zeitplan sieht vor, dass unmittelbar vor Beginn der Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeberseite die ver.di-Gremien erste Weichenstellungen vornehmen werden. Dies wiederum vor dem Hintergrund der festgestellten Aktionsbereitschaft der Beschäftigten aller Bereiche der PVG. 

Erst danach und in Kenntnis der konkreten Planungen der Arbeitgeber ist es sinnvoll konkrete Protestmaßnahmen einzuleiten. 

Beispielsweise der Angang von Politik und Bürgermeister*innen sich mit für den Erhalt von Shops und Arbeitsplätzen in einer konkreten Gemeinde einzusetzen. Aktuell wäre das eher kontraproduktiv, da sich die Arbeitgeber in Ausflüchten zurückziehen würden. 

Sollte es später wirklich eng werden, wäre wertvolles Pulver bereits verschossen.  

 

Große Beteiligung an der Betriebsversammlung nötig 

Am 29. Oktober findet die vom Betriebsrat organisierte Betriebsversammlung statt. 

Lasst uns der Arbeitgeberseite zeigen wie gut die PVG mit über 1.200 Beschäftigten weniger an Bord funktioniert. Nur mal an einem Tag – nicht dauerhaft. 

Interessant wird es zudem, wenn rund 100 Shops tatsächlich schließen müssten. Nur mal für einen Tag versteht sich. Die Arbeitgeberseite will dies ja dauerhaft. 

Ernsthaft: Wir wollen, dass die PVG dauerhaft erfolgreich am Markt agiert. Dazu ist eine motivierte Belegschaft notwendig. Dies geht nicht mit Unsicherheit und Angst. Lasst uns das gemeinsam der Geschäftsführung gegenüber deutlich machen. 

Kollektive Betroffenheit erfordert kollektives Handeln! 

Wir bleiben am Ball und werden weiter informieren. 

Gemeinsam stärker! Jetzt Verhandlungsposition durch Mitgliedschaft stärken! 

Es kommt auf Dich an! Deine Einstellung zählt! 

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