Nachrichten

Homeoffice steuerlich geltend machen!

Homeoffice steuerlich geltend machen!

Die eigene Wohnung ist oft nicht so ausgestattet wie ein gutes Büro. Ob Schreibtischstuhl oder schnelles Internet - bei der Tätigkeit im Homeoffice entstehen mitunter Kosten, die der Arbeitgeber nicht bezahlt. Wieviel Entlastung bringt die Homeoffice-Pauschale?


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Pandemie hat unser Land länger im Griff, als wir das ahnen konnten. Viele Telefonica-Kolleginnen und -Kollegen arbeiten im Homeoffice. Das funktioniert überraschend gut, dank eurer Disziplin, eurer Motivation und eurer Kompetenz. Telefonica Deutschland schifft stabil und recht positiv durch die Krise. Auch dank euch.
Ein Corona-Prämie jedoch verweigerte das Unternehmen. Es schüttet sein Geld lieber den Aktionärinnen und Aktionären aus. Erleichterung kann eventuell das Finanzamt verschaffen.

Eine Information der ver.di


Steuerpauschale fürs Homeoffice

Strom, Heizung, Wasser - wer zu Hause bleibt, hat mehr Nebenkosten, als wer gute acht Stun- den am Tag im Büro verbringt. Um die Beschäf- tigten zu entlasten, die während der Corona- Pandemie vermehrt daheim tätig waren, hat die Bundesregierung für die Jahre 2020 und 2021 eine Steuerpauschale für die Tätigkeit im Homeoffice eingeführt.

5 Euro pro Homeoffice-Tag

Die Homeoffice-Pauschale beträgt 5 Euro pro Arbeitstag, der ausschließlich im Homeoffice gearbeitet wurde - allerdings nur bis zu einem Gesamtbetrag von 600 Euro (also 120 Tagen). Waren es weniger, können auch nur diese geltend gemacht werden.

Wer also 30 Tage von zu Hause gearbeitet hat, kann als Homeoffice-Pauschale 150 Euro angeben. Ein Nachweis des Arbeitsgebers wird dafür nicht benötigt. Wer mehr als 120 Tage im Homeoffice verbracht hat, kann diese nicht mehr über die Pauschale geltend machen.

Wie bisher lassen sich Aufwendungen für beruflich genutzte Arbeitsmittel als Werbungskosten geltend machen. Die Homeoffice-Pauschale wird auf die altbekannte Werbungskostenpauschale in Höhe von 1000 Euro für Arbeitnehmende angerechnet. Wer also mit seinen Werbungskosten nicht über die 1000-Euro-Grenze kommt, hat nichts von der Homeoffice-Pauschale. Sie hilft nur, wenn durch weitere nachweisbare Werbungskosten die Gesamtsumme von 1000 Euro überschritten wird.

Was sind Werbungskosten?

Der wichtigste Punkt bei den Werbungskosten von Arbeitnehmer*innen sind in der Regel die Fahrtkosten. Fahrtkosten können aber natürlich nur für die Tage angegeben werden, an denen man auch zur Arbeitsstätte gefahren ist. Eine Jahreskarte für öffentliche Verkehrsmittel wird wohl aber weiterhin vom Finanzamt akzeptiert.

Weitere Werbungskosten sind beispielsweise Gewerkschaftsbeiträge, Bewerbungskosten, eine doppelte Haushaltsführung, Fortbildungen und Fachliteratur (auch zum Thema Homeoffice und Videokonferenzen). Ein Arbeitszimmer, das bislang nicht von der Steuer abgesetzt werden konnte, wird auch jetzt nicht ohne weiteres vom Finanzamt akzeptiert. Beruflich bedingte Anschaffungen wie ein größerer oder zusätzlicher Monitor, ein Headset und eine Webcam für Videokonferenzen, ein weiteres Telefon oder einen schnelleren Computer sind aber steuerlich absetzbar, wenn diese sie für das Homeoffice benötigt wurden bzw. werden. Zusätzliche Stromkosten hingegen sind mit der Homeoffice-Pauschale schon abgegolten.


Wer berät mich?

Gut, wenn man ver.di-Mitglied ist: Hier gib es den ver.di-Lohnsteuerservice. ver.di bietet eine persönliche Lohnsteuerberatung an, erteilt schriftliche Auskünfte per Mail und bietet auch die Möglichkeit einer telefonischen Beratung. Am besten, informieren in der nächsten ver.di-Geschäftsstelle, über die kostenlose Info-Hotline 0800-verdi-de mit der Ziffernfolge 0800- 8373433 oder online im Mitgliedernetz über das Beratungsangebot im Bezirk.