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ver.di kritisiert Kahlschlag bei der T-Systems: Das ist unverantwortlich und gefährdet das gesamte Geschäft des Unternehmens

21.06.2018 - Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert den geplanten Kahlschlag bei der T-Systems scharf. „Statt eine zukunftsfeste Neuausrichtung in Angriff zu nehmen, soll es ein einfallsloses Sparprogramm, einen Standortkahlschlag und eine massive Arbeitsplatzvernichtung geben. Für uns steht fest: Dafür reicht ver.di nicht die Hand“, sagte der IT-Bundesfachgruppenleiter der Gewerkschaft, Michael Jäkel. “Die geplanten Maßnahmen sind unverantwortlich und gefährden das gesamte Geschäft der T-Systems.“

In mehreren Runden hatte ver.di gemeinsam mit betrieblichen Arbeitnehmervertretern versucht, den Arbeitgeber von seinen Ideen abzubringen und tragfähige Antworten zu finden. Doch diese Gespräche wurden Ende letzter Woche ohne Ergebnis beendet.

„Das neue T-Systems-Management ist offensichtlich nicht in der Lage oder nicht willens, tragfähige und ausgewogene Lösungen zu finden“, so Jäkel weiter. Stattdessen plane der Arbeitgeber eine starke Verlagerung der Geschäftstätigkeit in Offshore-Länder wie zum Beispiel Indien und einen massiven Personalabbau. Weltweit sollten 10.500 Stellen wegfallen, davon allein in Deutschland 6.000, und zwar gestaffelt bis Ende 2020. Unter dem Motto „Sicherheit im Umbruch“ werde ver.di nun den Fokus auf den Schutz der Beschäftigten richten. Angesichts der Arbeitgeberpläne erhalte der am 31. Dezember 2018 auslaufende Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen einen neuen Stellenwert. Jäkel: „Gegen betriebsbedingte Kündigungen werden wir uns massiv zur Wehr setzen.“

Parallel zur „Neuausrichtung“ der T-Systems hat der Arbeitgeber die laufenden Tarifverhandlungen für das Unternehmen verzögert. In drei Verhandlungsrunden hat der Arbeitgeber bislang kein Angebot vorgelegt, und ein Termin für die vierte Verhandlungsrunde steht in den Sternen. Jäkel: „Jetzt muss erst recht ein neuer Termin für die vertagte vierte Verhandlungsrunde her. Und jetzt muss erst recht ein neues Angebot her!“

Die Gewerkschaft ver.di fordert für die rund 11.000 tarifgebundenen Beschäftigten eine Entgelterhöhung von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Tarifverhandlungen waren Anfang April in Bonn begonnen worden.