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Erklärung der Sozialpartner im europäischen Telekommunikationssektor zur Corona-Krise

7. April 2020

Die europäischen Sozialpartner für den Telekommunikationssektor - UNI Europa ICTS und ETNO, der Europäische Verband der Telekommunikationsbetreiber - sind fest entschlossen, die europäische Gesellschaft und Wirtschaft während dieser globalen Pandemie aufrechtzuerhalten und zu unterstützen.

Viele Beschäftigte im europäischen Telekommunikationssektor stehen im Kampf gegen die Corona-Krise an vorderster Front. Wir stellen die lebenswichtige nationale Infrastruktur bereit, die das Rückgrat unserer Gemeinschaft bildet und wesentlicher Bestandteil des sozialen und wirtschaftlichen Gefüges unserer Länder ist. Unsere Beschäftigten und unsere Unternehmen haben die Schlüsselrolle unserer Branche – insbesondere in der Krise – in ihrer DNA verankert: Immer mehr Mitarbeiter*innen arbeiten im Home Office, Bildungseinrichtungen setzen auf Online-Tools, der Bedarf an Konnektivität steigt auch in den Bereichen Freizeit und Unterhaltung, um die Isolation erträglich zu machen.

Telekommunikationsmitarbeiter*innen schützen

Die Gesundheit und Sicherheit unserer Beschäftigten und der Allgemeinheit sind von größter Bedeutung, und wir als Sozialpartner sorgen für einen ständigen Austausch zu den Best Practices, um diese nie da gewesene Herausforderung zu bewältigen. Das umfasst neue Arbeitsweisen, um der Öffentlichkeit weiter Unterstützung zu bieten, aber zugleich die Risiken durch das Virus zu minimieren, beispielsweise durch Unterstützung via Telefon, App oder Online in den am meisten betroffenen Ländern und nicht in Shops oder an anderen physischen Standorten.

Sollte der persönliche Vor-Ort-Einsatz von Telekommunikationstechniker*innen nötig sein, versorgen wir sie mit dem bestmöglichen Schutz, wir stehen auch in Verbindung mit Regierungs- und Gesundheitsbehörden, um die WHO-Richtlinien einzuhalten und das Personal in unserem systemrelevanten Sektor zu schützen.

Unterstützung für Mitarbeiter*innen und ihre Familien in Zeiten von Corona

In diesem Kontext bieten die Telekommunikationsunternehmen vor allem in den am meisten betroffenen Ländern ihren Mitarbeiter*innen die Möglichkeit an, im Home Office zu arbeiten.

Den Sozialpartnern des Sektors ist bewusst, dass diese neue Art des Arbeitens beiden Seiten viel Lernen und Offenheit für Neues abverlangt, und dass wir gemeinsame Ziele in dieser plötzlichen Notlage nur in einem konstruktiven Dialog erreichen.

Beide Sozialpartner wollen die beste Unterstützung für ihre Mitarbeiter*innen – besonders, wenn Reisebeschränkungen und notwendiges Arbeiten neue Belastungen für die Familien mit sich bringen. Es wurden bereits wichtige Lehren aus dieser neuen Erfahrung gezogen, und die Sozialpartner werden sich darum bemühen, die neue Art des Arbeitens weiter möglich zu machen, um die in dieser Krise klar gewordenen Vorteile für Umwelt, Geschäftsbetrieb und Work-Life-Balance optimal zu nutzen.

Gleichzeitig rufen wir Regierungen und EU-Institutionen dazu auf, angesichts der Vielzahl an Mitarbeiter*innen und Auftragnehmer*innen, die für die Wertschöpfungskette des europäischen Telekommunikationssektors unentbehrlich sind, weiterhin für den Erhalt der Löhne und Arbeitsplätze in der Branche zu kämpfen.

Tarifverhandlungen bieten einen sowohl integrativen als auch anpassungsfähigen Kontext für derartige gemeinsame Entscheidungen. Darüber hinaus zeigt die Erfahrung, dass gemeinsam vereinbarte Maßnahmen eher für Akzeptanz bei der erfolgreichen Umsetzung sorgen.

Darüber hinaus unterstützen wir alle staatlichen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass alle Glieder der Wertschöpfungskette einschließlich KMUs und Auftragnehmer*innen auch in der Krise ihre Geschäfte aufrechterhalten und ihre Mitarbeiter*innen weiter beschäftigen können.

Kritikalität des Telekommunikationssektors

Dank unserer Technik können Arbeitnehmer*innen aller Branchen und die Öffentlichkeit sicher zu Hause bleiben. Die Krise zeigt deutlich, wie wichtig die Telekommunikationsinfrastruktur in ganz Europa tatsächlich ist, besonders angesichts der Tatsache, dass Abstand halten und Isolation zu Hause immer mehr zur Realität werden, was zu einem Anstieg des Datenverkehrs in den bestehenden Netzen führt.

Genauso unterstützen wir jede Initiative der europäischen und nationalen Behörden zur weiteren Förderung von Investitionen in die Telekommunikationsnetze.

Europa muss bei der Bewältigung dieser Krise Verantwortung, Solidarität und Effizienz zeigen und alle betroffenen Bürger*innen, Beschäftigten und Unternehmen schützen.