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Giftzettel von ISS: Arbeitgeber fordert Sanierungstarifvertrag

Giftzettel von ISS: Arbeitgeber fordert Sanierungstarifvertrag

Mit einem Brief an ver.di offenbart die ISS Communication Services weitreichende wirtschaftliche Schwierigkeiten und fordert ver.di zu Verhandlungen zu einem Sanierungstarifvertrag auf. Die Forderungen der Arbeitgeber beziehen sich auf zukünftige Entgelterhöhungen, die Arbeitszeit, den tariflichen Urlaubsanspruch sowie „weitere Themen“.

Ist ISS CS ein Sanierungsfall?

Ein verlustreiches Jahr 2020, negative Finanzplanungen für 2021 sowie die Ankündigung von weiterer Flächenreduzierung durch die DTAG, das sind die Gründe, die ISS anführt, um die Verhandlungsaufforderung zu untermauern.

„Auf Basis unserer Berechnungen und Prognosen wird es unumgänglich sein, weiter Personalkosten zu senken, um die ISS CS zu stabilisieren und damit den Erhalt von Arbeitsplätzen gewährleisten zu können“, heißt es wörtlich in dem von CEO und Director People & Culture unterschriebenen Brief an ver.di.

Wie dies mit der enormen Belastung der Beschäftigten und dem Arbeitsdruck, den sie täglich spüren, einhergeht erschließt sich nicht.

Arbeitgeber fordern Nullrunden und längere Arbeitszeiten

Die Arbeitgeber fordern ver.di nun auf, in Verhandlungen zu einem Sanierungstarifvertrag zu treten. Für diese Verhandlungen stellen die Arbeitgeber folgende Forderungen auf:

  • Aussetzung von Tariferhöhungen bis 31.12.2023
  • Erhöhung der Regelarbeitszeit von 38 auf 40 Arbeitsstunden pro Woche ohne Lohnausgleich bis zum 31.12.2023
  • Absenkung der Urlaubstage von 30 auf 25 Tage pro Jahr (ohne Ausgleich) befristet bis zum 31.12.2023
  • Weitere Themen/Maßnahmen zur Senkung der Personalkosten

Darüber hinaus kündigte ISS an, den Tarifvertrag Rationalisierungsschutz zu kündigen.

Arbeitsbedingungen schützen

Die Forderungen der Arbeitgeber sind alarmierend. Die Beschäftigten haben den Account mit viel Engagement und Einsatz an den Start gebracht und die Startschwierigkeiten souverän gemeistert. Nicht zuletzt durch etliche Stunden Mehrarbeit. Dies jetzt mit der Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen zu honorieren ist höchst ungerecht.

ver.di wird die Aufforderung der Arbeitgeber mit seinen Mitgliedern in den ISS-Betriebsgruppen intensiv beraten und das weitere Vorgehen abstimmen.

Sicher ist aber jetzt schon: Die Aufforderungen der Arbeitgeber stellen einen Angriff auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten dar. Diesem Angriff wird sich ver.di entschlossen entgegen stellen!

Gemeinsam verteidigen wir die Arbeitsbedingungen bei der ISS CS. Deshalb jetzt:
 
www.mitgliedwerden.verdi.de