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ISS: Dritte Verhandlungsrunde mit Angebot der Arbeitgeber

ISS: Dritte Verhandlungsrunde mit Angebot der Arbeitgeber

Am 3. Mai wurden die Verhandlungen von ver.di und ISS fortgesetzt. Die Arbeitgeber bringen ein Angebot in die dritte Verhandlungsrunde ein. Die ver.di-Verhandlungskommission bewertet dies aber als nicht ausreichend.
 

Optionen statt Nullrunde

Weit auseinander lagen die Positionen der ISS Communication Services und ver.di in den ersten beiden Verhandlungsrunden. Seitdem haben mehrere Sondierungsgespräche stattgefunden, um Lösungsoptionen auszuloten.

In der dritten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber nun ein Angebot in die Tarifverhandlungen eingebracht. ver.di würdigte das Angebot der Arbeitgeber als Signal, eine Lösung zu finden, wies es in Summe aber als nicht ausreichend zurück.

Das Angebot der Arbeitgeber:

  • Laufzeit 18 Monate bis zum 31.12. 2022
  • Vergütung: entweder die Verstetigung des Tarifentgelts mit Wirkung a b dem 01.01.2022 oder eine Einmalzahlung in 2022 mit Auszahlung in der zweiten Jahreshälfte 2022
  • Keine Erhöhung der Entgelttabellen bis zum 31.12.2022, jedoch Garantie der Zahlung des jeweils geltenden gesetzlichen Mindestlohns
  • Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen bis zum 31.12.2022
  • Prüfauftrag an eine Arbeitsgruppe (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) ob und in welchem Umfang Job Tickets angeboten werden können.
  • Zusicherung einer Ausbildungsquote pro Kalenderjahr in Höhe von 3% (über alle drei Ausbildungsjahre)

    Nach Entgeltrahmentarifvertrag setzt sich das Gehalt aus Fixentgelt, garantierter Variable und zusätzlicher Variable zusammen. Das hat Auswirkun g auf die Berechnung von bspw. Krankengeld oder Zuschlägen , da dafür nur das Fixentgelt herangezogen wird.


Ist das die Wertschätzung, die die Beschäftigten verdienen?

Die ver.di Verhandlungskommission hat eine erste Bewertung des Angebotes vorgenommen und sieht insbesondere in der Entgeltentwicklung die Notwendigkeit zur Nachbesserung. Die angebotenen Optionen sind in der Struktur, in der materiellen Wirkung, sowie in der zeitlichen Lage unzureichend. Aus ver.di-Sicht ist das nicht die Wertschätzung, die den Einsatz der Beschäftigten im Telekom-Account anerkennt.

Zu würdigen wusste die ver.di Verhandlungskommission die Verlängerung des Kündigungsschutzes auf die Laufzeit und die tarifliche Festlegung einer Ausbildungsquote sowie die Prüfung der Einführung eines Job-Tickets.

„Wir sehen aber auch, dass dies nur zu einem Teil unseren Mitgliedern und Beschäftigten zugutekommt“, so Dorothea Forch, ver.di Unternehmensbetreuerin für die ISS CS.

Die Verhandlungskommission sieht in der finanziellen Anerkennung der Arbeit einen deutlichen Nachbesserungsbedarf im Angebot. Zudem kann die Laufzeit bei einer mageren Entgeltentwicklung nur so kurz wie möglich sein. Der Arbeitgeber verweist dagegen weiterhin auf die wohl länger andauernde verbesserungswürdige finanzielle Situation des Unternehmens und erklärte, „die Spielräume sind ausgereizt“.

Mitgliedschaft wirkt - jetzt mitdiskutieren

ver.di wird sowohl das Angebot des Arbeitgebers intern beraten sowie den weiteren Verlauf der Verhandlungen diskutieren.

Die Verhandlungen werden am 11. Mai fortgesetzt. Bis dahin werden die ver.di Tarif-Vertrauensleute, die ver.di Vertrauensleute und Betriebsgruppen mit den Mitgliedern zum Angebot in die Diskussion gehen.

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