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Erklärung des CWA-Vorstands

Erklärung des CWA-Vorstands

über die Notwendigkeit, den Rassismus, der unsere Gemeinschaften plagt, abzubauen

In einer Zeit, in der wir die tragische Wegmarke von über 100.000 Todesfällen aufgrund von COVID-19 erreichen, sehen wir uns mit der anderen Seuche konfrontiert, die schon lange vor der Pandemie in unseren Gemeinden wütet: Rassismus. Zusätzlich zu der Zerstörungskraft einer globalen Pandemie, die die schwarzen Gemeinden überproportional getroffen hat, werden schwarze Menschen in Amerika weiter bedroht, sind Brutalität und Tod ausgesetzt, weil sie joggen gehen. Weil sie arm sind. Weil sie in ihrem eigenen Bett schlafen. Weil sie im Park Vögel beobachten. Wie sie Schwarze sind.

Die Morde an Ahmaud Arbery, George Floyd, Breonna Taylor und die offene Zurschaustellung von Rassismus beim Vorfall mit Christian Cooper im Central Park zeigen erneut diese düstere Realität. Diese Namen sind nicht die ersten, und ohne eine tiefgreifende Veränderung in uns und diesem Land werden sie nicht die letzten sein.

Der CWA-Vorstand sieht sich in der Pflicht, mehr zu tun als eine nicht endende Kette von Erklärungen in Reaktion auf Vorfälle abzugeben und will das kontinuierliche Engagement für Gerechtigkeit für Schwarze in der gesamten Organisation zum Ausdruck bringen: bei der Mitgliederwerbung, in der Interessenvertretung, bei der politischen Arbeit und in der Arbeit als soziale Bewegung. Wir verpflichten uns, für unsere Mitglieder und Führungskräfte gezielt Räume für einen offenen Dialog über Rassismus zu schaffen, in denen sie Ziele und konkrete Schritte festlegen, die die Gewerkschaft gehen muss, um Rassismus in der Gewerkschaft zu bekämpfen, in den von uns vertretenen Branchen und im Gemeinwesen.

Dazwischen gibt es nichts. Es gibt keine neutrale Option. Der einzig richtige Weg, Rassismus zu zerstören und die Macht der Arbeiterklasse aufzubauen, den wir anstreben, besteht darin, dass jeder Arbeiter und jede Arbeiterin den Kampf um Gerechtigkeit für die Schwarzen in diesem Land als seinen/ihren eigenen aufnimmt und die Handlungen folgen lässt, die der Standpunkt "Die Verletzung eines Einzelnen ist eine Verletzung von uns allen", von uns einfordert.

Es reicht nicht aus, die Täter zu bestrafen, die das Leben dieser Schwarzen genommen haben. Es reicht nicht aus, nur ein paar "faule Äpfel" zu identifizieren, die gefeuert oder strafrechtlich verfolgt werden können - eine Vorgehensweise, die unser stark fehlerbehaftetes Rechtssystem nur schwer verfolgen kann. Wir müssen auch die schwere, transformierende Arbeit leisten, Rassismus im amerikanischen Bewusstsein und in den Institutionen, die ihn unterstützen, auszurotten.

Diese Arbeit ist notwendig, da diese Vorfälle nicht isoliert aufgetreten sind. Sie ereigneten sich im Kontext von 400 Jahren strukturellen und systematischen Rassismus gegen Schwarze. Diese Vorfälle geschahen vor dem Hintergrund von über Jahrhunderte hinweg gestohlener Arbeit, wirtschaftlicher Ausbeutung der schwarzen Gemeinschaften durch die amerikanischen Unternehmen, durch die Unterfinanzierung von öffentlichen Schulen und Dienstleistungen, vor dem Hintergrund von Überkriminalisierung und Inhaftierung schwarzer Körper sowie durch den Einsatz der Polizei als militärähnliche Kräfte in armen, schwarzen und braunen Vierteln. Sie entstehen im Kontext der Verlagerung guter Arbeitsplätze mit gewerkschaftlicher Interessenvertretung, dem Fortbestehen von städtischen Gebieten mit eingeschränkter Nahrungsmittelversorgung, der Behandlung von Sucht als Verbrechen statt als Krankheit, im Kontext eines zersplitterten, gewinnorientierten Gesundheitssystems und einer geradezu "chirurgische Präzision", mit der schwarzen Wählerinnen und Wählern ihre Grundrechte vorenthalten werden.

Der einzige Weg zu einer gerechten Gesellschaft für alle ist ein tiefgreifender Strukturwandel. Gerechtigkeit für Schwarze ist untrennbar mit Gerechtigkeit für alle Werktätigen verbunden - auch für Weiße. Die Chefs, die Reichen und die Führungskräfte der Unternehmen haben diese Tatsache erkannt und Rassismus als eine der effektivsten und destruktivsten Methoden zur Spaltung der Arbeitnehmerschaft eingesetzt. Gewerkschaften haben die Pflicht, für Macht, Würde und das Recht zu leben einer jeden Arbeiterin und eines jeden Arbeiters an jedem Ort zu kämpfen. Unser Kampf und die Themen, die uns wichtig sind, hören nicht auf, wenn Arbeiter am Ende des Arbeitstages ausstempeln und die Garage, das Callcenter, das Büro oder das Werk verlassen.

Wir werden als arbeitende Menschen niemals genug Macht aufbauen, wenn eine ganze Gemeinschaft unter Androhung des Todes lebt und aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert wird. Wir werden niemals genug Macht aufbauen, wenn eine ganze Gemeinschaft ihren Hals unter dem Knie eines Unterdrückers hat.

Wenn wir Fortschritte machen wollen, müssen wir uns die Erfahrungen und Geschichten der schwarzen CWA-Mitglieder, der schwarzen Arbeiter und der schwarzen Gemeinschaft anhören. Wir müssen uns zusammenschließen - jeder von uns -, um dieses Unterdrückungssystem einzureißen. Dies bedeutet, dass jedes weiße Gewerkschaftsmitglied, jedes schwarze Gewerkschaftsmitglied, jedes lateinamerikanische Gewerkschaftsmitglied und jeder Verbündete für das Leben der Schwarzen kämpfen und sich organisieren muss. Gedanken und Gebete sind nicht genug. Keine Vielzahl von Statements und Pressemitteilungen wird die verlorenen Leben zurückbringen und das Leid beseitigen, das unsere Gemeinden zu tragen haben.

Wir müssen handeln.

President Christopher Shelton
Secretary-Treasurer Sara Steffens
District 1 Vice President Dennis Trainor
District 2-13 Vice President Edward Mooney
District 3 Vice President Richard Honeycutt
District 4 Vice President Linda Hinton
District 6 Vice President Claude Cummings, Jr.
District 7 Vice President Brenda Roberts
District 9 Vice President Frank Arce
AFA-CWA President Sara Nelson
IUE-CWA President Carl Kennebrew
TNG-CWA President Jon Schleuss
NABET-CWA President Charles Braico
T&T Vice President Lisa Bolton
PHEW Vice President Margaret Cook
CWA Canada President Martin O’Hanlon
Diversity At-Large Member Dante Harris
Diversity At-Large Member Vera Mikell
Diversity At-Large Member Carolyn Wade
Diversity At-Large Member Erika White

Link zur Erklärung auf der CWA-Internetseite (englisch)