Verdi fechtet die Betriebsratswahl Computacenter GOP 2018 an

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es gab und gibt offenbar ein paar Irritationen zu der von ver.di  angestrengten Wahlanfechtung bei Computacenter GOP.

Verdi hat sich nach reiflicher Überlegung entschieden, die Betriebsratswahl der Computacenter GOP anzufechten. Das Arbeitsgericht soll die Unwirksamkeit der Betriebsratswahl feststellen, damit danach eine korrekte faire Betriebsratswahl stattfinden kann.

Ihr könnt auch sicher vorstellen, dass ein Arbeitsgericht bei der Anfechtung einer Wahl triftige Gründe genannt haben will. Verdi hat dem Arbeitsgericht deshalb viele Fehler der Betriebsratswahl vorgetragen. Das Arbeitsgericht hat auf den 05.07.2018 terminiert.

 

Das war keine faire Wahl

In einer Demokratie bestimmt immer noch der Wähler. Dies scheint bei Computacenter nicht allen klar zu sein. Bei Computacenter werden einige Betriebsratsmitglieder intern, etwa im Telefonverzeichnis etc. nicht mehr mit ihrer Funktion im Betrieb, sondern gleich als „Betriebsrat“ bezeichnet. Diese Bezeichnung befindet sich sogar auf den Stimmzetteln wieder. Zudem sind alleine die Mitglieder der Liste K4 zu den Standorten gefahren und haben sich vorgestellt. Diese Möglichkeit hatten die anderen Listen nicht.

Vor Gericht hat Verdi über zehn weitere Punkte angeführt, in denen die Wahl nicht ordnungsgemäß abgelaufen ist. Wer das Wahlverfahren so unfair gestaltet, muss sich über eine Anfechtung nicht wundern.

 

Verdi will einen standortnahen Betriebsrat

Habt Ihr euch schon einmal die Frage gestellt, warum bei Computacenter nur wenige Betriebsratsmitglieder an den einzelnen Standorten zu finden sind?

Die Antwort ist, dass der Arbeitgeber mit dem Gesamtbetriebsrat vor vielen Jahren eine Vereinbarung abgeschlossen hat, die für verschiedene Sparten einen einzigen Betriebsrat bundesweit vorsieht. Dessen Mitglieder sind häufig nicht am Standort und wenige kennen die konkrete Situation vor Ort. Stattdessen verbringen sie viel Zeit mit Reisen. Die Struktur führt dazu, dass der Betriebsrat nicht für die Belegschaft da ist.

Deshalb hält Verdi die Gesamtvereinbarung für unwirksam. Ein Betriebsrat muss für die Arbeitnehmer erreichbar sein. Er soll über die Verhältnisse der Beschäftigten Bescheid wissen. Dies alles ist bei der derzeitigen Struktur nicht möglich.

Verdi will dies ändern. Statt des Betriebsrats vom anderen Stern soll ein Betriebsrat in Eurer Nähe her. Die nächste Betriebsratswahl sollte regional für die einzelnen Sparten durchgeführt werden. Nur wer vor Ort ist, kennt die Probleme der Beschäftigten und die konkreten Verhältnisse.

Dieses Anliegen hat die Liste „Wir für euch“ auch vor der Wahl formuliert. Die Anfechtung ist daher nur die konsequente Umsetzung der Ankündigungen der Liste „Wir für Euch“.

ver.di Kampagnen